FinPro® 2024: Innovationen und Einblicke für die Zukunft der Kapitalanlage

Schwerpunkte und brennende Fragen in der Kapitalanlage

Die diesjährige Agenda spiegelte die aktuellen Fragestellungen und Herausforderungen wider, die institutionelle Investoren beschäftigen. In den verschiedenen Vorträgen und Diskussionsrunden wurden insbesondere die Auswirkungen geopolitischer Entwicklungen, die Inflationsdynamik sowie nachhaltige Investmentstrategien beleuchtet. Die Teilnehmenden hatten zudem Gelegenheit, sich in Networking-Pausen intensiv auszutauschen und neue Kontakte zu knüpfen.

Zu den Highlights der Veranstaltung gehörten zwei richtungsweisende Keynotes:

  • Geopolitische Dynamik und volatile Märkte – die Renaissance der Diversifikation von Gerald Weber, Chief Investment Officer der Vienna Insurance Group, eröffnete die Tagung. Weber ist ein führender Experte im Bereich Asset Management und bringt jahrzehntelange Erfahrung und fundierte Kenntnisse mit. Mit seiner wertvollen Perspektive und praktischen Ratschlägen zeigte er, wie in einer von geopolitischen Spannungen und wirtschaftlichen Unsicherheiten geprägten Zeit, Herausforderungen gemeistert und Chancen genutzt werden können – insbesondere, wie führende institutionelle Investoren ihre Portfolios anpassen und auf die Veränderungen reagieren können. Er betonte außerdem die Notwendigkeit der Diversifikation in einem zunehmend unsicheren globalen Umfeld – auch im Hinblick auf den Klimawandel.
  • US-Wahl ’24 – Demokratie und Weltwirtschaft in Gefahr? von Elmar Theveßen, Leiter des ZDF-Studios Washington, beleuchtete die möglichen wirtschaftlichen und politischen Auswirkungen der bevorstehenden US-Wahl auf die globalen Märkte. Er sprach über die regelbasierte Weltordnung, die nach dem Zweiten Weltkrieg geschaffen wurde, und betonte deren Bedeutung in der heutigen Zeit. Theveßen hob hervor, dass Präsident Biden trotz seines gebrechlichen Erscheinungsbildes in der Außen- und Wirtschaftspolitik stark agiert hat und dass seine Agenda bei einer Wiederwahl stabilisierend für die Weltwirtschaft wirken könnte. Er stellte Biden als Vertreter der Demokratie, Freiheit und einer rechtsbasierten Ordnung im Gegensatz zu Autokratie und roher Gewalt dar. Er wies darauf hin, dass republikanische Abgeordnete den „Umsturz“ nach dem 6. Januar 2021 fortsetzen könnten, indem sie Bidens Wahl delegitimieren. Die Bereitschaft zur Anwendung von Gewalt, so Theveßen, sei vorhanden, und es sei möglich, dass es nach der Wahl zu Gewalt kommen könnte. Sollte Trump wiedergewählt werden, könnte eine transatlantische Allianz der Rechtspopulisten entstehen, was erhebliche Auswirkungen auf die internationale Politik hätte.

Podiumsdiskussion und interdisziplinärer Austausch

Ein besonderes Highlight der diesjährigen Tagung war die Podiumsdiskussion zum Thema Fußball als Investmentobjekt?!, die im Kontext der in diesem Jahr in Deutschland stattfindenden Fußball-Europameisterschaft 2024 besondere Relevanz erlangte. Die Gäste Matthias Sammer, Management-Berater bei Borussia Dortmund, und Daniela Bauer, Global Head of Partnerships bei Allianz SE, diskutierten mit Dr. Matthias Hanauer, Researcher im Quant Equity Research Team von Robeco, und Prof. Dr. Christoph Breuer, Sportökonom und Professor an der Deutschen Sporthochschule Köln, die wirtschaftlichen und investitionstechnischen Aspekte des Fußballs als Anlageobjekt.

Die Diskussion beleuchtete verschiedene Aspekte von Investitionen in Fußballvereine und -infrastruktur. Die Teilnehmer betonten, dass es einen Unterschied zwischen strategischen und finanziellen Investitionen gibt. Während die Renditeerwartungen geringer als bei anderen Assetklassen sind , wurde hervorgehoben, dass langfristige Kurssteigerungen durch fundierte, sportliche Expertise erreicht werden kann. Beispiele wie 1860 München verdeutlichen, dass kurzfristiger Aktionismus zu keinem langfristigen Erfolg führt. Negativbeispiele wie Schalke, Hamburg und Köln unterstreichen die Bedeutung fachkundiger Führung.

Historisch betrachtet, entstand die monetäre Entwicklung im Fußball erst nach dem eigentlichen Sport, wobei Partnerschaften wie die zwischen der Allianz und dem FC Bayern sowohl in guten als auch in schwierigen Zeiten auf Marketing und Image abzielen. Entscheidungsprozesse für die Auswahl möglicher Partner sind oft langwierig und intensiv. Ein Vergleich der Clubs Manchester City und Manchester United zeigte, dass trotz ähnlicher finanzieller Möglichkeiten der Erfolg unterschiedlich ausfallen kann, was stark von den führenden Persönlichkeiten im Verein abhängt.

Die Diskutant:innen betonten, dass Investitionen in Fußballligen gegenüber Investitionen in einzelne Vereine oder Spieler vorzuziehen sind, da diese weniger vom sportlichen Erfolg abhängen. Zudem erfordern Investitionen in den Fußball immer auch fundierte sportliche Beratung und nicht nur reines Kapital. Langfristige Partnerschaften und Vertrauen sind deshalb entscheidend, auch wenn der Einfluss auf ESG-Aspekte oft begrenzt ist.

Die zwölfte FinPro findet am 17. und 18. Juni 2025 erneut auf Schloss Bensberg statt.